Fotokurs „bewusste Fotografie“

Praxisworkshop im gefühlten Summer

Nach einem umfassenden Ausflug in die Theorie haben wir uns vorigen Sonntag mit der praktischen Umsetzung des gelernten beschäftigt. Praktische Umsetzung heißt: Kameratasche packen, fünf Stunden fotografieren.

Zunächst im Ortskern von Urach, später auf dem Hohen Neuffen gab es insgesamt fünf spannende Aufgaben mit folgenden Themen zu meistern:

  • Bildkomposition im Gleichgewicht
  • Bewusste Gestaltung mit der Belichtungszeit
  • Gezielte Steuerung der Schärfentiefe
  • Belichtungsmessung unter schwierigen Lichtverhältnissen
  • Grundlagen der Porträtfotografie

Wir haben uns sehr viel Zeit gelassen und uns intensiv mit den jeweiligen Herausforderungen befasst, was sicherlich eine sehr gute Idee ist. Während der praktischen Umsetzung fiel dann auch sehr schnell auf, dass die Aufgaben unter einfachen Bedingungen einfach zu meistern sind – unter schwierigen Bedingungen jedoch nicht. Der Automatikmodus der Kamera macht dann auch automatisch alles falsch. Bessere Kameras können besser raten und machen besserer Fehler. Hier ist dann wohl doch das handwerkliche Können des Fotografen gefordert. Aber was heißt Fehler. Im Grunde hat die Kamera alles richtig gemacht – nur eben nicht das, was der Fotograf erwartet hat. Die vermeintlichen Fehler wurden während der Bildbesprechung schnell deutlich und konnten nochmals besprochen werden. Mit geänderter Kameraeinstellung wieder im Feld lief dann auch alles sehr zufriedenstellend. Am Ende des Tages hat jeder Kursteilnehmer sehr gute Aufnahmen auch unter schwierigen Bedingungen machen können.

Nun sitze ich hier vor den Porträtaufnahmen und denke, eigentlich sind die Aufnahmen viel besser, als das, was man von einem Fotokurs erwarten durfte. Schließlich ging es ja nur um grundlegende Fertigkeiten. Freut mich!

Ein Punkt möchte ich den Kursteilnehmern nochmals mitgeben. Das Gesicht der porträtierten Person muss nicht zwangsweise mitten im Bild sein. Moderne Kameras gestatten die auch die Positionierung des Gesichts weiter oben im Motiv. Ich weiß, ich weiß. Was so einfach klingt, ist dann doch verteufelt. Nochmals zur Theorie: Spotmessung ins Gesicht macht Sinn. Passt oftmals. Bei manchen Kameras kann man den Belichtungsmessungsspot genau auf den Fokusmesspunkt legen. Bei vielen nicht. Also sollte man die gemessene Belichtung speichern. Entweder mit der AE-Lock-Funktion oder durch Anmessen und Arbeiten im Manuellmodus. Dann den Fokusmesspunkt an die gewünschte Position bewegen, fokussieren und auslösen.

Naja – egal. Ein kleines Detail, das bestimmt nach den ersten 1000 Porträts ganz von allein aufhört.

Nochmals vielen Dank allen für die Buchung des Kurses. Hat mit sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ich konnte euch etwas vermitteln und weiterhelfen.

 

Viele Grüße

Jürgen

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